Katze Eingewöhnung

Eine Katze zieht ein – Vorbereitung und Ablauf

Zukünftige Katzenhalter können es meist nicht erwarten, bis die Katze in ihr neues Zuhause einziehen darf. Damit die Eingewöhnung für Katze und Mensch möglichst stressfrei abläuft, sollten vor dem Einzug der Katze einige Vorbereitungen getroffen werden. Lesen Sie hier, wie die Eingewöhnung einer neuen Katze am besten funktioniert.

Katze schaut aus ihrer Transportbox
Eine Katze braucht zur Eingewöhnung viel Ruhe und Geduld. © shutterstock.com/Oleg Batrak

Für viele Katzen bedeutet der Umzug in ein neues zu Hause mit neuen Menschen großen Stress. Einige Katzen sind deshalb am Anfang häufig verschreckt und sehr scheu. Hier ist Geduld gefragt. Manche Katzen tauen schon nach kurzer Zeit auf, andere brauchen länger. In jedem Fall hilft der richtige Umgang sowie die richtige Ausstattung bei der Eingewöhnung neuer Katzen.

Die richtige Erstausstattung für Katzen

Eine vollständige und artgerechte Erstausstattung ist ganz grundlegend für eine stressfreie Eingewöhnung. Nur so kann sich die Katze bei Ihnen wohlfühlen. Zur Ausstattung von Katzen gehören:

  • Kratzbaum
  • Futterstelle
  • Wassernapf
  • Katzenspielzeug
  • Mehrere Katzentoiletten (2 bei einer Einzelkatze, noch mehr im Mehrkatzenhaushalt)

Bitte verwenden Sie zunächst nur das gewohnte Futter und auch die gewohnte Einstreu sowie den Toilettentyp, den die Katze bereits kennt. Ein Umzug ist schon Stress genug, Veränderungen, die Sie gerne vornehmen würden, verschiebt man auf die Zeit nach der Eingewöhnung.

Die erste Unterkunft für die Katze

Es hat sich als sinnvoll erwiesen, zunächst einen einzelnen, gemütlichen Raum ohne allzu viele Versteckmöglichkeiten für die neue Katze vorzubereiten. In diesem Raum befindet sich ihre komplette Ausstattung und sie verbringt darin die ersten Tage, bis sie sich ein bisschen eingewöhnt hat.

Bei dem Raum sollte es sich um einen ruhiges Zimmer handeln, in dem nicht ständig Menschen ein- und ausgehen müssen. Kinder- oder Wohnzimmer sind daher eher weniger geeignet. Ein Gästezimmer ist zum Beispiel gut geeignet.

Vor dem Einzug der Katze muss die Ausstattung schon komplett sein.© blove-stock.adobe.com

Der erste Tag mit der neuen Katze

Kommt man mit der neuen Katze zu Hause an, bringt man die Transportbox in das für sie vorbereitete Zimmer und schließt die Tür. Anschließend öffnet man die Tür des Transportbehälters und wartet ab.

Je nach der individuellen Persönlichkeit wird die Katze nun entweder sofort aus dem Transporter kommen oder aber im geschützten Versteck bleiben wollen. Achten Sie beim Umgang mit der Katze auf folgende Aspekte:

  • Widerstehen Sie der Versuchung, die Katze aus ihrer Transportbox zu ziehen
  • Sprechen Sie beruhigend mit sanfter Stimmemit der Katze.
  • Halten Sie Abstand und warten Sie, bis die Katze von sich aus die Transportbox verlässt.

Macht das Tier auch nach einer Stunde noch keine Anstalten herauszukommen, können Sie versuchen, es mit einem Spielzeug, wie zum Beispiel einer Katzenangel, herauszulocken. Ein besonders leckerer, duftender Futterhappen kann ebenfalls helfen.

Zieht die Katze es dennoch vor, im Versteck zu bleiben, hat sie vermutlich viel Angst. Verlassen Sie in diesem Fall das Zimmer und warten Sie ein paar Stunden ab, bis Sie wieder hineingehen. Widerstehen Sie der Versuchung, alle paar Minuten in das Katzenzimmer zu spähen. Dann werden auch ängstlichere Katzen nach einiger Zeit die Transportbox verlassen und den Raum vorsichtig erkunden.

Die Eingewöhnung von Katzen

Ist die Katze so weit, dass sie problemlos frisst, die Toilette besucht und dem Menschen ein wenig vertraut, werden nach und nach die restlichen Zimmer des Hauses beziehungsweise der Wohnung erkundet. 

Die Katze sollte dabei jedoch immer die Möglichkeit haben, sich wieder in ihr gewohntes Zimmer zurückziehen zu können, wenn sie dies möchte. Generell gilt: Die Katze bestimmt das Tempo der Eingewöhnung. Schenken Sie ihr die Ruhe und Zeit, die sie benötigt:

Wenn Ihre Katze eher mutig und neugierig ist, schnell zutraulich wird und ihr neues zu Hause aufgeweckt erkundet, kann man schon früh beginnen, der Katze weitere Räume des Hauses zu zeigen. Bei scheueren Katzen dauert das länger.

Achtung: Eingewöhnung im Mehrkatzenhaushalt

Hat man bereits Katzen zu Hause, sollte man den Neuzugang sicherheitshalber so lange in seinem Raum lassen, bis geklärt ist, ob das Kätzchen wirklich gesund ist. Lassen Sie die Katze von einem Tierarzt durchchecken. Die Zeit in dem einzelnen Raum hat zudem den Vorteil, dass die neue Katze bereits den "Hausgeruch" angenommen hat, wenn sie den anderen Katzen begegnet. Sie riecht dann nicht mehr fremd und wird eher akzeptiert. 

Im Mehrkatzenhaushalt sollten neue Katzen erst nochmal gründlich untersucht werden.© Elnur-stock.adobe.com

Die Eingewöhnung scheuer Katzen

Die scheue, ängstliche oder gar angstaggressive Katze hat bei der Eingewöhnung deutlich mehr Schwierigkeiten als der mutige, neugierige Typ. Bis das Eis bricht, kann es bei schwierigen erwachsenen Katzen auch Monate dauern, bis sie sich das erste Mal anfassen lassen. Auch Jungkatzen, die als "Wildlinge" ohne Menschenkontakt aufwuchsen, stellen die Geduld des Menschen oft auf die Probe. 

So funktioniert auch die Eingewöhnung scheuer Katzen:

  • Hält die Katze von sich aus zum Menschen Distanz, sollte man sie mit Spielangeboten locken, aber sie nicht bedrängen.
  • Verbringen Sie viel Zeit bei der Katze, ohne sie offensichtlich zu beachten.

Setzen Sie sich in einen Sessel und lesen Sie ein Buch. Die Katze wird sie dabei ganz genau beobachten. Da Katzen neugierig sind, wird sie sicher irgendwann den neuen Menschen beriechen wollen. Man verhält sich dabei völlig passiv, spricht aber lockend und sanft mit dem Tier, wenn es Kontakt sucht. Reibt es den Kopf am Bein oder an der Hand des Menschen, hat man schon einen großen Fortschritt gemacht.

  • Neue, fremde Menschen werden erst ins Zimmer gelassen, wenn die Katze wenigstens einer Person etwas vertraut.

Gerade Kinder freuen sich zwar riesig über den Neuzugang und werden sicher quengeln, wenn sie zunächst nicht zur Katze dürfen. Es erleichtert aber die Eingewöhnung, wenn man dem Tier zunächst die Ruhe gönnt, die es braucht, um sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Stellt man die Katze schließlich den Kindern vor, bittet man sie, sich ruhig und leise zu verhalten.

  • Hochgenommen wird die Katze frühestens, wenn sie sich bereits problemlos streicheln lässt.

Duldet die Katze das Hochgenommen-Werden nicht, lässt man sie wieder herunter, wenn sie sich einen Moment lang ruhig verhält. Es gibt Katzen, die sich überhaupt nicht gerne auf den Arm nehmen lassen und nicht getragen werden. Dafür kommen sie aber gern auf das Sofa und liegen entweder auf dem Schoß oder aber neben dem Menschen. Das sollte man akzeptieren können.

In ganz problematischen Fällen kann es auch von Vorteil sein, einfach die Nacht bei dem Kätzchen zu verbringen. Schlafende Menschen wirken viel ungefährlicher, und so mancher Angsthase in Katzengestalt wagt schließlich den Sprung auf die warme Bettdecke und rollt sich gemütlich bei dem Menschen  zusammen, den er tagsüber nur aus der obersten Schrankecke mit weit geöffneten angstvollen Augen angestarrt hat.

Bei scheuen Katzen dauert die Eingewöhnung oft lange.© Sergey Khamidulin-stock.adobe.com

Typische Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung von Katzen

Viele Katzen sind nach dem Umzug zunächst so aufgeregt, dass sie die Nahrung erst einmal verweigern. Das ist durchaus in Ordnung, solange die Katze trinkt und ansonsten einen fitten Eindruck macht. Wenn die Katze bis zu 24 Stunden keine Nahrung aufgenommen hat, ist das in den meisten Fällen kein gesundheitliches Risiko. Frisst sie auch über diese Zeitspanne hinaus nicht, sollten Sie jedoch einen Tierarzt kontaktieren. Zeigt die Katze andere Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder Apathie, sollten Sie aber keine 24 Stunden warten!

Für die Eingewöhnung von Katzen braucht man häufig viel Zeit und Geduld. Investiert man diese, legt man den Grundstein für ein gemeinsames Zusammenleben und eine innige Katze-Mensch Beziehung.

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