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3. Platz für Tamara Pfeffer
Das TV-Magazin „Funk Uhr“ und der Deutsche Tierschutzbund e.V. haben am 4. Oktober zum dritten Mal den Deutschen Tierschutzpreis für besonderen Einsatz im Tierschutz verliehen.
Den dritten Platz erzielte eine Tiermedizin-Studentin aus Fürstenfeldbruck, die auf eigene Kosten die Tiere in Ihrer Umgebung versorgt und gesund pflegt. Dieses Engagement hat uns so begeistert, dass wir die junge Frau näher dazu befragt haben.
Wie kamen Sie auf die Idee?
Kranke oder heimatlose Tiere aufzunehmen, gesund zu pflegen und sie später zu vermitteln war keine Idee, oder ein Entschluss, den ich eines Tages einmal gefasst hätte, sondern eher ein Prozess, der sich irgendwann verselbständigte. Tiere sind mir schon immer die besseren Freunde gewesen und ich verbrachte schon immer meine gesamte Freizeit mit ihnen, so dass ich früh lernte mich in ihre Welt hinein zu versetzen. Aber genau hier taten sich oft sehr große, meist vom Menschen verursachte Abgründe auf, aus denen sich die Tiere nicht selbst befreien konnten. Also half ich wo ich konnte und versuchte seither auch an das Verständnis und Verantwortungsgefühl von Menschen zu appellieren, die mit Tieren zu tun haben.
Im Laufe der Jahre wurden es immer mehr Tiere um die ich mich kümmerte, so dass mir der Tierarztberuf als einzig sinnvoller Weg erschien um den Tieren noch effektiver helfen zu können, denn die Tierarztkosten sind der limitierende Faktor meines Tierschutzes. Es nützt nichts immer mehr kranke Tiere aufzunehmen wenn das Geld fürs Futter ausgeht...
Wo behandeln Sie die Tiere?
Die Tiere werden hauptsächlich zu Hause behandelt. Sehr wilde Katzen auch an ihren Futterstellen. In leichten Fällen, wo die Diagnose klar ist, wende ich vor allem die Homöopathie an. Ansonsten muss ich wie jeder andere auch, zum Tierarzt gehen. Dereinzige Unterschied besteht darin, dass ich die Weiterbehandlung selber fortführen kann.
Wie finanzieren Sie die Behandlungen?
Das ist ein heikles Thema, denn es herrscht besonders durch die Tierarztkosten immer chronischer Geldmangel. Ich würde für Tiere mein letztes Hemd geben und kann deshalb nur hoffen, dass dieser Fall noch 2,5 Jahre aufschiebbar ist, denn dann bin ich hoffentlich endlich selber Tierarzt. Eine Große Hilfe ist es, dass ich noch bei meinen Eltern wohnen kann und sie mich sogar noch finanziell unterstützen. Ansonsten heißt es aber sich so stark wie möglich in privaten Dingen einzuschränken und zu sparen wo es nur geht. Meine beiden Jobs, mit denen ich ganz gut über die Runden gekommen bin, musste ich leider wegen der starken Dreifachbelastung (Studium, Tierschutz und Arbeit) gegen Ende des ersten Semesters aufgeben. Gott sei Dank haben meine Eltern seit meiner Geburt ein Sparkonto für mich eingerichtet, von dem ich momentan zehre. Ich hoffe ich schaffe es damit die restlichen Studienjahre noch zu überbrücken. Der Tierschutzpreis von 1000 Euro ist ein wahrer Segen und ermöglicht weitere Kastrationsaktionen, wo eigentlich keine mehr drin gewesen wären. Also nochmal ein herzliches Dankeschön an Alle, die für mein Tierschutzprojekt gestimmt haben!
Welche Behandlungen führen Sie durch?
Die Behandlungen, die ich selber durchführen kann und darf beschränken sich auf die Naturheilkunde. Nachdem ich 3 Jahre lang eine Tierheilpraktikerschule besucht habe, kann ich mit homöopathischen Kenntnissen helfen. Des weiteren kommt mir die Erfahrung im Umgang mit Injektionen zur zu Gute, so dass ich den Tieren weitere Tierarztbesuche und Wartezeiten im Rahmen der fortlaufenden Behandlung ersparen kann. Den neuen Besitzern vermittelter Tiere stehe ich beratender Weise zur Verfügung. Außerdem erledige ich ehrenamtlich kleinere Aufgaben wie die Urlaubsbetreuung, Tierarztfahrten und den Futtereinkauf.
Welche Tiere behandeln Sie? Alle oder nur bestimmte?
Ich helfe allen armen Tieren, die in Not sind! Wie diese Hilfe sich gestalten hängt individuell von der Situation ab.
Wie reagieren die ansässigen Tierärzte darauf?
Mit den ansässigen Tierärzten komme ich in der Regel sehr gut aus. Sie heißen mein Engagement für die Tiere gut. Sie unterstützen mich wo es geht. Dafür bin ich besonders meinen beiden Haustierärztinnen in Fürstenfeldbruck sehr dankbar!
Sie sind ja noch keine fertige Tierärztin. Gibt es auch Skeptiker?
Wenn ein Tier im Zuge einer Vermittlung zu seinem neuen Besitzer wechselt, gebe ich gerne Tipps und Ratschläge in Punkto Tiergesundheit oder schlage im Krankheitsfall ein homöopathisches Behandlungsschemata vor. Beides wurde bisher immer sehr willkommen geheißen.
Wieviele "Stamm"-Patienten haben Sie bereits?
Als Stammpatienten kann ich nur unsere eigenen Tiere bezeichnen, die wegen ihrer chronischen Krankheiten keinen neuen Besitzer gefunden haben. Es kommt aber auch vor, dass mich Freunde und Bekannte, sowie die neuen Tierbesitzer von den vermittelten Tieren um Rat beten, welchen ich auch gerne erteile.
Bleibt da noch viel Freizeit?
Meine Freizeit sind die Tiere.
Wollen Sie das nach dem Studium so fortführen oder haben Sie andere Pläne?
Der Grund für das Studium ist und bleibt das Wohl der Tiere. Nachdem es wahrscheinlich noch sehr viel länger dauern wird, bis sich so viel in unserer Gesellschaft getan hat, dass wirklich jeder Mensch im Einklang mit seinen Migeschöpfen lebt, sie achtet und ihren Lebensraum schützt, werde ich diese Art des Tierschutzes genau so weiter machen. Als Tierarzt habe ich aber wie gesagt noch viel bessere Möglichkeiten noch mehr Tieren zu helfen!









