Wolf
Steckbrief
Körperlänge: Weibchen: 70 - 130 cm, Männchen: 100 - 140 cm
Gewicht: Weibchen: 15 - 55 kg, Männchen: 15 - 80 kg
Lebenserwartung: 10 - 12 Jahre
Verbreitung: Nordamerika, Südeuropa, Europa, Asien
Lebensraum: von arktischer Tundra über Wald, Prärie und Trockengebiete
Artbestand: nicht gefährdet
Systematik
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Raubtiere
Familie: Hundeartige
Gattung: Echte Hunde
Art: Wolf (Canis lupus)
Aussehen
Die wilden Stammväter unserer Haushunde sind meist schlank und haben einen relativ langen Schwanz. Wie ihr Verbreitungsgebiet ist auch die Bandbreite ihres Aussehens riesig: Ihre Fellfarben sind abhängig vom Lebensraum, zum Beispiel grau bei den Wölfen Osteuropas, grau bis schwarz bei den Timberwölfen in Nordamerika und weißgrau bei den Vertretern, die im schneereichen Norden zuhause sind. Ebenso wiegt auch der Indische Wolf nur rund 15 Kilogramm, während sein Verwandter aus Sibirien bis zu 80 Kilogramm auf die Waage bringen kann.
Fortpflanzung und Entwicklung
Für den Nachwuchs sorgen bei den Wölfen nur die ranghöchsten Tiere. Wenn die Brunst im Frühjahr beginnt, suchen Männchen und Weibchen immer mehr Körperkontakt, und führen zum Teil einen regelrechten "Hochzeitstanz" auf, bevor sie sich paaren. Die Eltern graben einen Bau, in dem dann nach etwa zwei Monaten ein Wurf von vier bis sieben Welpen geboren wird.
Das Männchen ist an der Aufzucht beteiligt und versorgt die Mutter und den Nachwuchs. Wenn die selbst wieder auf die Jagd geht, kann auch ein anderes Weibchen als "Babysitter" einspringen. Die Kleinen wachsen sehr schnell heran, und schon im nächsten Winter können sie mit auf die Jagd gehen.
Lebensweise und Verhalten
Wölfe leben und jagen in Rudeln von meist fünf bis zehn Tieren, in denen eine strenge Rangordnung unter den Männchen und den Weibchen herrscht. Die Stellung eines Artgenossen erkennen sie an dessen Körperhaltung: Die Anführer, auch "Alpha-Tiere" genannt, treten sehr selbstbewusst auf und tragen ihren Schwanz hoch. Wölfe von niedrigerem Rang hingegen laufen eher geduckt und mit eingezogenem Schwanz.
Kommt es innerhalb eines Rudels zu Rangeleien, bietet der Unterlegene dem Stärkeren seine Kehle dar – das löst die sogenannte "angeborene Beißhemmung" aus, und der Verlierer wird verschont. Bei Kämpfen zwischen Angehörigen verschiedener Rudel gilt das aber nicht – hier muss der Schwächere fliehen, wenn er nicht von seinem Rivalen getötet werden will, denn jedes Rudel verteidigt und markiert sein Revier.
Kommunikation
Wölfe sind sehr soziale Tiere und haben eine ganze Reihe unterschiedlichster Ausdrucksformen. Sie knurren, winseln oder lassen besonders gern das typische Wolfsheulen, bei dem dann alle mit einstimmen, hören. Hat zum Beispiel einer den Anschluss an seine Gruppe verloren, finden sich die Wölfe durch ihre Chorgesänge wieder.
Manchmal wird aber auch ohne ersichtlichen Grund geheult. Bellen ist dagegen eher selten (Man hört es nur ab und an von den Jungtieren). Auch die Haltung des Schwanzes, die Stellung der Ohren und der Gesichtsausdruck dienen der Kommunikation und tragen so zum friedlichen Zusammenleben im Rudel bei.
Ernährung
Wölfe sind im Rudel stark und jagen oft Tiere, die bis zu zehnmal so schwer sind wie sie selbst. Während der Hetzjagd muss es ihnen gelingen, ein Beutetier von seinen Artgenossen wegzutreiben, um es dann von der Seite anzuspringen und mit einem Biss töten zu können. Oft suchen sich die Wildhunde kranke oder alte Opfer aus.
Je nachdem in welchen Lebensräumen die Wölfe leben, fressen sie verschiedene Huftiere, Kleinsäuger, manchmal auch Reptilien, Amphibien, Aas und auch Abfälle. Gelegentlich nehmen sie zur Förderung der Verdauung auch Gras zu sich.
Hätten Sie's gewusst?
Seit 2000 gibt es wieder Meldungen über Wölfe in Deutschland. Sie sind von Polen über die Grenze nach Sachsen eingewandert und haben sich dort in der Nähe des Truppenübungsplatzes Lausitz niedergelassen. Derzeit leben dort mehrere kleine Rudel.
Inzwischen gibt es auch noch ein neues in Brandenburg. Sie alle stehen unter behördlichem Schutz. Eine Gefahr geht von ihnen nicht aus, da die Vorfahren unserer Haushunde sehr scheu sind und den Menschen meiden.
