Fischotter

Fischotter
Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de

Steckbrief

  • Körperlänge: 55 - 100 cm
  • Gewicht: 4 - 15 kg
  • Lebenserwartung: 8 - 22 Jahre
  • Verbreitung: Nordafrika, Europa, Asien
  • Lebensraum: Fluss, See, Teich
  • Artbestand: vom Aussterben bedroht

Systematik:

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Marder (Mustelidae)
  • Gattung: Altweltotter (Lutra)
  • Art: Fischotter (Lutra lutra)

Aussehen:

Der Fischotter ist perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Sein Fell ist mit bis zu 50.000 Haaren pro Quadratzentimeter (zum Vergleich: Der Mensch besitzt auf der gleichen Fläche rund 120 Haare) sehr dicht und wasserundurchlässig. Zwischen den Zehen haben sie Schwimmhäute, und ihre Ohren und Nasenlöcher können sie beim Tauchen verschließen. Je nach Art variiert ihre Schwanzlänge von 30 bis knapp 60 Zentimeter, auch Fellfarbe und äußeres Erscheinungsbild sind unterschiedlich.

Fortpflanzung und Entwicklung:

Zweimal im Jahr haben die Otter Brunftzeit: im Februar und im Juli. Die Weibchen sind dann sehr aggressiv und verhalten sich ähnlich wie rollige Katzen. Die Tragzeit ist von Art zu Art verschieden, bewegt sich aber zwischen zwei und zwölf Monaten. Auch die Wurfgröße variiert: Fischotter bekommen pro Wurf ein bis fünf Junge. Weil die Jungtiere am Anfang noch ziemlich wasserscheu sind, befördert ihre Mutter sie mit sanfter Gewalt ins Wasser. Wegen ihres flauschigen Fells, zwischen dessen Haaren sich viel Sauerstoff speichert, gehen die Kleinen nicht unter. Nach einigen Tagen haben sie sich  ans kühle Nass gewöhnt.

Lebensweise und Verhalten:

Otter sind nachtaktiv und haben feste Reviere. Den Tag verschlafen sie meist in ihren Höhlen, die vor allem an Böschungen und Flussufern liegen. Um sich dort geschützt fühlen zu können, suchen sie Stellen mit dichtem Bewuchs. Die Einzelgänger können nur in sauberen und natürlichen Gewässern leben. Sie haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang, und selbst ausgewachsene Tiere sind oft beim Spielen zu beobachten. Gerne rodeln sie glatte, abschüssige Schlammbahnen mit dem Kopf voran hinunter oder treiben anderen Unfug.

Sinnesleistungen:

Der Fischotter kann nicht nur sehr gut sehen, sondern trägt zusätzlich noch empfindliche Barthaare im Gesicht. Wenn das Wasser einmal trüb ist bei der Jagd, verlässt er sich auf den sensiblen Tastsinn der Haare: Mit ihrer Hilfe kann er seine Beute genau orten, denn wenn sie flieht oder sich auch nur bewegt, schlägt sie Wellen, die von dem "Bart" wahrgenommen werden.

Kommunikation:

Die Verständigung der Fischotter läuft hauptsächlich über Duftstoffe ab. Um ihre Reviergrenzen zu markieren, scheiden die Einzelgänger mit ihrem Kot ein bestimmtes Sekret aus einer Drüse unter ihrem Schwanz ab. Die Losung (so nennt man den hinterlassenen Kot) hat dadurch einen ganz spezifischen Geruch – man vermutet, dass Otter ihre Artgenossen dadurch sehr genau unterscheiden können, auch wenn sie sie nie zuvor gesehen haben.

Ernährung:

Besonders im Wasser kühlt der Körper schnell aus. Um sich warm zu halten, benötigen Otter abhängig von der Wassertemperatur viel Energie - und damit viel Nahrung. Die Menge des Futters, das sie täglich benötigen, liegt im Normalfall bei rund 15 Prozent ihres Körpergewichts. Um so viel Nahrung zu finden, legen die Tiere pro Nacht bis zu 15 Kilometer zurück.
Fischotter sind nicht nur auf Fisch spezialisiert; sie vertilgen auch gern Mäuse, Ratten, verschiedene Wasservögel und deren Eier sowie Frösche und Insekten. Flusskrebse stehen in ihrer Liste der Lieblingsspeisen ganz oben.

Hätten Sie's gewusst?

Obwohl er keine Fettschicht hat wie andere Säugetiere, die am oder im Wasser leben, scheint sich der Fischotter im kühlen Nass recht wohl zu fühlen. Den Grund haben jetzt Wissenschaftler der Universität Pennsylvania in den USA entdeckt. Sie untersuchten sein Fell unter einem Licht- und einem Elektronenmikroskop und entdeckten Erstaunliches: Alle feinen Härchen des Fells haben kleine Keile, die sich regelmäßig wiederholen. Ähnlich wie beim Reißverschluss gibt es zwischen den Keilen auch Rillen, sodass sich ein Haar perfekt an das andere anlegen kann. Dadurch geht kaum Wärme verloren und das Wasser kann nicht an die Haut der Tiere gelangen. Zusätzlich sammeln sich in diesem Haargeflecht Luftblasen, die Wärme speichern.