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Heimische Schmetterlinge
Die Tricks und Tipps von den EIN HERZ FÜR TIERE-Experten helfen Ihnen, ein eigenes kleines Biotop für Schmetterlinge zu erschaffen.
Schmetterlinge sind Wunder der Natur und gehören zu den schönsten Tieren der Welt. Um ihren Bestand zu schützen, kann jeder etwas tun. Ob auf dem Land oder in der Stadt, überall gibt es die Möglichkeit, schmetterlingsfreundliche Biotope zu errichten – und seien es auch nur ein paar heimische Pflänzchen in einem Balkonkasten.
Was ist überhaupt ein Biotop?
Der Begriff "Biotop" stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt einfach "Lebensraum" (Bios = Leben; Topos = 0rt). Und Raum findet sich bekanntlich in der kleinsten Hütte. Auch wer nur einen Balkon oder einen handtuchgroßen Vorgarten besitzt, hat die Chance, sich sein eigenes duftendes Königreich mit Blüten in allen Regenbogenfarben anzulegen. Dort könnten Schmetterlinge gaukeln und Hummeln und Wildbienen Blüten bestäuben. Ein Betrieb, der vor einer Etagenwohnung sicher auch den einen oder anderen Vogel anziehen wird. Im Parterre dagegen können Sie mit Besuchen von Igeln, Kröten, Spitzmäusen und Eidechsen rechnen.
Kleine Schmetterlingskunde
66 Prozent aller Tiere gehören zu der Klasse der Insekten. Davon wiederum sind gut ein Viertel Schmetterlinge. Die Falter gehören also gleich nach den Käfern zu der artenreichsten Insektengattung überhaupt. Mit weltweit über 150.000 Arten sind sie nahezu auf dem gesamten Globus verbreitet. Selbst im kurzen arktischen Sommer freuen sich Eskimo-Pärchen am bunten „Tarralikitak", wie die Schmetterlinge im Dialekt kanadischer Eskimos heißen.
Rufen Sie sich kurz Ihren Biologieunterricht in Erinnerung: Die wunderschönen Schmetterlinge, die wir schützen wollen, sind alles ehemalige Raupen. Ihre einzigartige Verwandlung, die sicherlich zu den faszinierendsten biologischen Vorgängen zählt, nennt der Fachmann "Metamorphose".
So locken Sie den Schmetterling in Ihren Garten
Dieses Natur- Wunder wollen wir hier am Beispiel eines der auffälligsten und schönsten Schmetterlinge Mitteleuropas näher betrachten, dem Schwalbenschwanz. Natürlich kommt er nicht als Raupe zur Welt, sondern - wie alle Insekten - zunächst einmal als Ei. Dieses wird sorgfältig vom Schmetterlings-Weibchen an eine typische Raupenfutterpflanze geklebt. Für die Schwalbenschwänze sind Arten wie wilde Möhre, Pimpinelle oder Dill der bevorzugte Eiablageplatz. Das Schmetterlingsei, dessen Durchmesser weniger als 1 mm beträgt, enthält einen Dottervorrat, der für die gesamte Entwicklung der Jungraupe im Ei ausreicht.
Gierige Raupe
Nach 8-10 Tagen durchnagt die kleine Raupe die Eihülle und befreit sich. Schon bald beginnt sie von ihrer Wirtspflanze zu fressen und legt dabei eine verblüffende Fresslust an den Tag. Innerhalb von zwei Wochen kann sie ihr Geburtsgewicht vertausendfachen! Tatsächlich besteht der Lebensinhalt der Raupe in erster Linie aus Fressen, Fressen und nochmals Fressen – und zu verhindern, gefressen zu werden. Da der schnell wachsenden Raupe ihre Chitinhaut mehrmals zu eng wird, streift sie diese immer wieder ab. Ein Häutungsvorgang, der sich bis zu viermal im Leben der Schwalbenschwanzraupe wiederhol. Dabei ändert das Tier auch seine Färbung.
Zeit der Verpuppung
Nach einem Monat unermüdlichen Fressens ist die Raupe etwa 4-5 cm lang. Dann ist die Zeit reif für die Verpuppung. Dafür sucht sich die Raupe eine geeignete Stelle an einem Stängel ihrer Nahrungspflanze. Sie befestigt ihr letztes Beinpaar auf einem Polster aus selbstgesponnenen Fäden, schlingt sich einen kräftigen Seidenfaden um den Leib und gurtet sich damit aufrecht an den Stängel. Dann sorgt eine Veränderung im Hormonhaushalt für den Aufbau der Puppenhülle unter der Raupenhaut. Diese platzt schließlich auf und wird mit heftigen Bewegungen abgestreift.
Jetzt beginnt die sogenannte Puppenruhe, wobei "Ruhe" ein etwas irrefühernder Ausdruck ist. Denn in der Puppe rumort es heftig. Im Laufe von etwa zwei Wochen vollzieht sich unter der starren Puppenhülle die komplette Verwandlung der Raupe zum Falter.
Puppe platzt aus allen Nähten
Nach Ablauf der Verwandlung platzt die Puppenhülle an vorgebildeten Nahtstellen auf, und heraus zwängt sich der prächtige Falter. Langsam presst er Luft und Blutflüssigkeit in die Adern der weichen, noch zerknitterten Flügel. Allmählich entfalten diese sich zu ihrer vollen Größe.
Start frei!
Nachdem die Flügel nach einigen Stunden hart und tragfähig sind, kann der Falter seinen Jungfernflug unternehmen. Im Gegensatz zur Raupe besitzt er keine zum Beißen geeignete Mundwerkzeuge und ernährt sich nicht von Blättern. Statt dessen saugt er mit Hilfe eines einrollbaren, dünnen Rüssels Nektar aus Blüten.
Das Leben des erwachsenen Falters (Fachbegriff "Imago") währt allerdings nur kurz, meist stirbt er schon nach wenigen Wochen. In dieser knappen Zeit muss er für Nachkommen sorgen. Zur Paarung treffen sich Männchen und Weibchen am liebsten auf einer bunten Blumenwiese. Nach wirbelnden Balzflügen landen sie auf einer Blume und verhaken ihre Geschlechtsorgane am Körperende miteinander. So übergibt das Männchen sein Samenpaket an das Weibchen. Schon wenig später beginnt dieses mit der Suche nach geeigneten Futterpflanzen für seinen Nachwuchs. Dort legt es die Eier ab und der Lebenskreislauf kann aufs Neue beginnen.
Was Schmetterlinge so brauchen
Von Ausnahmen wie dem Monarch einmal abgesehen spielt sich das Leben der Schmetterlinge in einer relativ eng begrenzten Region ab. Sie fliegen, saugen Nektar, sie paaren sich und sie legen ihre Eier meist in unmittelbarer Nähe ihres Geburtsortes und auf denselben Pflanzengemeinschaften. Bei der Auswahl dieser Pflanzengemeinschaften legen sie einen ganz eigenen Geschmack an den Tag. Nicht etwa, weil sie als Genießer von möglichst vielen verschiedenen Nektar-Cocktails naschen wollen, sondern weil das Weibchen nach dem Geturtel in der Luft spezielle Pflanzen als Kinderstube bzw. als Eiablageplatz benötigt.
Feinschmecker am Wegesrand
Man sieht es ihnen auf den ersten Blick vielleicht gar nicht an. Aber die Raupen der Schmetterlinge sind die reinsten Gourmets, wahre Feinschmecker, die sich bei der Auswahl ihrer Pflanzennahrung ausgesprochen wählerisch zeigen. Von Art zu Art oft stark variierend, ist der Schmetterlingsnachwuchs auf ganz bestimmte Pflanzen angewiesen, die sogenannten Raupenfutterpflanzen. Der Grund für die große Heikelkeit der Raupen ist einleuchtend: Die Natur hat es in einer Art Arbeitsteilung so eingerichtet, dass bestimmte Raupen nur an bestimmte Raupenfutterpflanzen gehen. Und das ist gut so: Fräßen sämtliche Raupen beispielsweise am liebsten Sauerampfer, gäbe es davon bald gar keinen mehr. Und die Raupen und damit die Schmetterlinge würden so ihre eigene Ausrottung heraufbeschwören.
Ökologische Nischen für die verschiedenen Schmetterlingsarten
Da die Natur aber schlauer ist, hat sie für die Raupen jeder Schmetterlingsart eine „ökologische Nische“ geschaffen, in der bestimmte Pflanzen nur ganz bestimmten Raupen zugedacht sind. Diese wunderbare Arbeitsteilung lässt sich gut anhand der Brennnessel verdeutlichen. Sie ist für den Admiral, den Kleinen Fuchs und das Tagpfauenauge eine begehrte Raupenfutterpflanze, auf der sie ihre Eier ablegen. Andere Schmetterlinge brauchen dafür andere Pflanzen. Dickkopffalter, Goldene Acht und Idas Bläuling zieht es zum Beispiel zur Bunten Kronwicke und den Apollo zur Fetthenne. Kaisermantel, Brombeerzipfelfalter und Perlmutterfalter zur Brombeere, den Kleinen Eisvogel zum Geißblatt, den Feuerfalter zum Wegerich, Segelfalter und Baumweißling zum Weißdorn. Interessant für Schmetterlingsschützer sind dabei besonders die Pflanzen, die von verschiedenen Arten zur Eiablage aufgesucht werden. Dazu zählen etwa Astern, Blaukissen, Disteln, Dost, Fetthenne, Silberblatt, Steinkraut und Thymian.
Was Schmetterlinge nicht brauchen
Wer in einem Wildblumenbuch blättert, der lernt, dass jede Pflanze auf bestimmte Standortverhältnisse angewiesen ist. Aus der Art des Bewuchses kann man dann umgekehrt natürlich auch auf die Vorgeschichte der Böden schließen, auf denen die Pflanzen gedeihen, und in welcher Verfassung sich das Land befindet. Die Geschichte, die der Löwenzahn erzählt, ist relativ eindeutig. So hübsch diese Pflanze aussehen mag und so lustig es ist, wenn man im Sommer die Pusteblumen pflückt und ihre Samen mit einem kräftigen Pusten verteilt, steht sie gleichzeitig auch für ökologischen Niedergang.
Monokulturen schrecken Schmetterlinge ab
Denn Löwenzahn-Monokulturen gefallen außer wenigen Insekten (wie etwa den Honigbienen) nur den Kühen. Schmetterlingen bringen solche Viehfutter-Äcker nichts. Warum? So wie die Kühe nämlich Löwenzahn lieben, liebt der Löwenzahn den Kuhfladen. Die Ausscheidungen der Rinder sind mit ein Grund, warum Löwenzahn auf der Weide so gut wächst. Löwenzahn braucht „fette" Standorte. Und „fett" ist gleichbedeutend mit einem Überangebot an Nährstoffen, sprich Überdüngung – einem der größten Übel unserer Landschaft. Doch solche Landschaften sind von der Natur meist nicht vorgesehen. Es gibt also auch nur verhältnismäßig wenig Wildtiere, die sich dort glücklich fühlen würden. Gerade auf die nährstoffarmen Graslandtypen, wie die extensiven Trocken- und Halbtrockenrasen, aber auch die Feucht- und Nasswiesen, haben sich besonders viele Falter spezialisiert.
Ausweichlebensräume schaffen
Das Übel der Überdüngung kann durch Ausweichlebensräume geschmälert werden. Besonders dann, wenn diese Lebensräume durch die geeigneten Maßnahmen ausgemagert werden würden. Solche Lebensräume gibt es mehr, als man denkt. Auch Pflanzflächen in Blumencontainern und Balkonkästen zählen dazu. Doch diese Rechnung geht nicht auf. Das Potenzial für Schmetterlinge und viele andere Tiere wird überhaupt nicht genutzt, im Gegenteil: Getreu dem Motto „Viel hilft viel" beträgt der Düngemittel- Eintrag in Gärten und Schrebergärten pro Quadratmeter oft ein Vielfaches der aus wirtschaftlichen Gründen genau dosierten Düngergaben von Landwirten.
Traurige Gärten
Zu der Überdüngung kommt ein weiteres Übel und treibt den Artenschwund voran: das Mähen. Egal, ob man als Landwirt bis zu sechsmal im Jahr Wiesen für Viehfutter mäht oder als Freizeitgärtner doppelt so oft den Rasenmäher surren lässt. Häufiges Mähen macht artenreiche Wiesen zu artenarmen Grasäckern. Gerade die Gärten und Vorgärten sind in dieser Beziehung ein trauriges Kapitel: Am Stadtrand und in den Vorstädten, wo im Frühjahr Lerche und Kuckuck singen könnten, hört man – besonders an Samstagen – das Rattern und Brummen der Rasenmäher. Ohne Rücksicht auf Artenverlust.
Den Wildblumen eine Chance geben
In einem fleißig gemähten Vielschnittrasen bekommen die wenigsten Wildblumen eine Chance, ihre Entwicklung bis zur Samenreife abzuschließen. Neben den gezüchteten Vielschnittgräsern haben hier nur Pflanzen wie Wegerich oder Gänseblümchen eine Entfaltungsmöglichkeit. Wegen ihrer niedrig liegenden Blattrosette können sie sich nämlich auch trotz häufiger Rasenmäherrasur rasch regenerieren. Manchmal zwingt ja der psychologische Druck der Nachbarschaft förmlich, den Rasenmäher anzuwerfen. Da haben es diejenigen besser, die keinen "echten" Garten haben. Doch wird auf Fensterbrett, Balkon und in Kübeln eher angepflanzt, was Schmetterlinge brauchen?
Leider nichtt: Wer sich auf den Balkonen, Fenstersimsen und Terrassen in seiner Nachbarschaft umsieht, wird jede Menge Fuchsien, Petunien, Begonien und Tagetes antreffen. Auch immergrüne Bäumchen wie Zwergwacholder und Zuckerhutfichten finden sich oft in den Pflanzcontainern. Doch diese Arten, so hübsch sie auch aussehen, sind kaum geeignet, Schmetterlingen eine Heimat zu bieten.
Triste Monotonie auch auf Balkonien
Die "heiligen drei R" dominieren in trister Monotonie: Rasen, Rosen und Rhododendren. Aus tierischer Sicht betrachtet ist das ziemlich unmenschlich. Der Standardbewuchs deutscher Gärten kommt geradezu einer Katastrophe gleich: Von Hochzuchtrosen leben allenfalls Blattläuse. Rhododendren sehen nur gut aus und ersetzen nicht die nutzbare und nützliche Vielfalt heimischer Sträucher, von denen doch die meisten bereits in mittelgroßen Balkoncontainern gedeihen könnten.
Schmetterlingsschutz leicht gemacht
Artenarmut – ob bei Schmetterlingen oder Wildblumen – ist keine Einbahnstraße. Sie lässt sich rückgängig machen. Aufgeschlossene Grünplaner haben erkannt, dass sich in Dörfern und Städten jede Menge Platz für die Natur findet. Es konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass in aufgelockerten Wohngebieten immerhin 120 Tierarten vorkommen, in Parks und Grünanlagen gar 330 und am Stadtrand 650. Naturschutz fängt also auf der Fensterbank und vor der Balkontür an. Jeder, der Verfügungsgewalt über einen Garten oder Vorgarten hat, selbst jeder, der irgendwo ein Plätzchen für Pflanzcontainer hat, kann mit wenig Aufwand etwas für die Schmetterlinge tun. Durch einfache Maßnahmen kann für viele Falterarten eine kleine Oase geschaffen werden.
Wundertüte für die Wiese
Im Handel bekommt man beispielsweise Mischungen von Wildpflanzen-Samen bzw. ihren nachgezüchteten, nahen Verwandten. Ihre Wuchsgewohnheiten sind also entsprechend „wild“. Das heißt: Keine der Blumen entwickelt eine Dominanz, eine Vorherrschaft, sondern jede wächst am liebsten in der dichten Gemeinschaft mit ihren Nachbarn. Die Folge ist (neben einer bunten Palette an Blüten) ein kleiner, für viele Tiere äußerst attraktiver Verhau. Im Schutz dieser Mini-Wildnis finden eine große Anzahl von Insekten eine Heimat.
Sogar Vögel entdecken hier geeignete Verstecke für ihre Nester. Die Mischung enthält in der Regel Arten , die auf Heuwiesen und an Wegrändern gedeihen sowie bestimmte Ackerwildkräuter. Ausgebracht wird im Regelfall ein weitaus größeres Artenspektrum, als am betreffenden Ort wirklich wachsen kann. Das ist aber volle Absicht, weil so recht unterschiedliche Ansprüche abgedeckt werden können. Vorsicht, die Samen sind oft klitzeklein! Bevor Sie daran gehen, den Samen auszustreuen, sollten Sie den Zustand des Bodens diagnostizieren. Mit Hilfe eines Wildblumenbüchleins geht das verhältnismäßig einfach: Versuchen Sie die Pflanzen, die nach einigen Wochen Mähpause bei Ihnen wachsen, zu identifizieren. Sind es "Fettliebende" Pflanzen wie der Löwenzahn auch, dann ist eine Magerkur angesagt.
Diät macht müde Wiesen munter
Die zuverlässigste, schnellste, aber auch aufwändigste Methode hierzu besteht darin, den Rasen abzutragen, den Boden notfalls durch Beimischung von Sand weiter auszumagern und aufzulockern, um dann eine geeignete Mischung aus stickstoffbindenden Gräsern und Stauden auszusäen. Langwieriger, aber weniger arbeitsaufwändig ist dagegen folgender Weg: Bei gleichzeitigem Anpflanzen stickstoffbindender Stauden wird der Rasen durch besonders häufiges Mähen abgemagert. Wer nicht über ein Stück Garten verfügt, hat's da natürlich einfacher. Er verzichtet beim Vorbereiten der Pflanzbehälter auf Humus und Torf. Und da Torf bekanntlich aus Torfmooren gewonnen wird, zeugt der Verzicht auf dieses nährstoffreiche Substrat von aufgeklärtem Ökologie - Bewusstsein in doppelter Hinsicht! Magere Blumenerde gibt's auch in Gartencentern. Zur Not können Sie auch normale humöse Blumenerde mit Sand durchmischen.
Wo? Wie? Wann?-Tipps
Je größer und sonniger das ausgesuchte Plätzchen ist, je näher Ihr Balkon, Ihr Fensterbrett und Ihre Terrasse sich an einem Stadtpark oder einer Grünanlage befinden, desto früher werden sich die Besucher einstellen. Aber dann nicht erschrecken: es kommen wahrscheinlich nicht nur Schmetterlinge, sondern auch Schwebfliegen, Hummeln und Käfer. Eine schöne Abwechslung jedenfalls zu den Wespen, die einem den Spaß an Pflaumenkuchen und eisgekühlter Cola gründlich verderben können. Nun zeigen sich vielleicht auch Vögel wie Rotschwänzchen, Meisen, Bachstelze, Rotkehlchen und Dompfaff. Am platzsparendsten ist es natürlich, wenn die Blumenbehälter außen am Fensterbrett oder der Balkonbrüstung angebracht werden. Bei der Vorbereitung der Pflanzcontainer muss auf gute Entwässerung geachtet werden. Am besten gelingt dies durch eine Schicht Blähton-Kügelchen, die von dem Substrat durch ein Filzfliess getrennt wird.
Nachdem Sie die Erde geharkt haben (und das gilt für Garten-Gärtner ebenso wie für Container- Gärtner) , können die Samen endlich in die Erde. Die Aussaat findet zweckmäßigerweise zwischen März und Mai statt. Säen Sie nicht zu dicht, sondern in Reihen oder breitwürfig. Anschließend braucht der Samen nur noch flach eingerecht und fest angedrückt werden.
Rechtzeitig säen
Warten Sie mit der Einsaat nicht zu lange: Ein späterer Saattermin im Sommer reduziert die Blütenfülle im ersten Jahr. Apropos Blütenfülle: Erwarten Sie nicht gleich alles und vor allem nicht allzu viel. Etliche Arten setzen sich erst nach einigen Wachstumsperioden durch. Garten-Gärtner haben die schweißtreibende Auswahl zwischen zwei Aussaat-Methoden: Die völlige Neueinsaat oder die konzentrierte Nachsaat. Bei der Neueinsaat muss der Boden umgebrochen und gut aufgelockert sein. Die Wildblumensamen werden dann breitwürfig ausgebracht, oberflächig eingerecht und gut angedrückt. Die konzentrierte Nachsaat verläuft ebenso, nur eben an bestimmten Stellen, die Lücken aufweisen. Durch künstlich geschaffene Lücken (z.B. mit einem Rechen aufrauen) lassen sich auch bestehende Rasenflächen ökologisch aufwerten.
Pflege und Ambiente
Vor allem am Anfang ist regelmäßiges Gießen wichtig. Je kleiner das Gefäß, umso häufiger muss bei Hitzeperioden gegossen werden. Bewährt haben sich automatische Befeuchter mit Messfühlern. Klar, dass Dünger und Unkrautvernichter fehl am Platze sind. Denn Schmetterlingsschutz bedeutet nicht nur Verzicht auf Düngemittel, sondern natürlich auch auf Unkrautvertilgungsmittel und andere Chemikalien. Einige Arten unserer Mischung werden bis in den Oktober hinein blühen, andere wiederum werden ihre Blütezeit bereits im Sommer abgeschlossen haben. In den übersichtlicheren Kästen können Sie die abgeblühten Pflanzen mit einer Gartenschere entfernen. Es ist aber ökologisch auch nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie etliche der noch blühenden Blumen für einen Strauß pflücken, um damit den eingangs zitierten Frühstückstisch zu schmücken.
Wenn Sie Ihren Garten oder größere Teile davon mit den Samen gesegnet haben, dann artet die Pflege mit der Gartenschere natürlich in eine Sisyphos-Arbeit aus, die Sie sich und Ihrem Rücken nicht unbedingt zumuten sollten. Mit einer Sense oder Sichel tun Sie sich da erheblich leichter. Je nach Wuchskraft können Sie den ganzen Zauber ein bis zweimal im Lauf des Sommers mähen. Diese Form der Mahd lässt langwüchsige Arten zugunsten der kürzeren verschwinden und verhindert eine Verholzung, also eine selbstständige Versamung und Verbreitung von Büschen und Bäumchen. Das Schnittgut wird abgerecht und – wenn möglich – kompostiert. Achtung: Der entstandene Kompost sollte nur für Gemüsebeete oder Rabatten mit Blumen wie Tulpen und Osterglocken genutzt werden. Auf den Standorten der neugepflanzten Wildblumen hat auch Biodünger aus Kompost selbstverständlich nichts zu suchen.
Üben Sie sich in Geduld
Auch wenn die Mischung noch so schön erblüht, kann es sein, dass Insekten eine Zeit lang nicht einmal ein müdes Lächeln dafür übrig haben. Sie brauchen nämlich neben den geeigneten Pflanzen auch ein möglichst windgeschützes, warmes Areal. Bietet das Grundstück genug Platz, so ist es von Vorteil, wenn Sie Hecken und Sträucher heimischer Gehölze pflanzen. Geeignete Sträucher sind beispielsweise: Roter Hartriegel, Waldhasel, Pfaffenhütchen, Gemeiner Liguster, Rote Heckenkirsche, Kreuzdorn, Hundsrose, Wilde Brombeere, Salweide, Schwarzer Holunder, Gemeiner Schneeball. Solche Sträucher sind wichtiger (Teil-) Lebensraum für viele Schmetterlingsarten, aber auch für andere Kleintiere wie Frösche und Kröten, Vögel, Spitzmäuse und Igel.
Paradies für viele Tiere
Achten Sie darauf, heimische Arten auszuwählen! Nur sie bieten einer großen Fülle Schmetterlingsraupen Nahrung. Es gibt natürlich auch Ausnahmen: Pflanzen Sie den nichtheimischen Schmetterlingsflieder (Buddleia). Seine schönen Blütenstände enthalten sehr viel Nektar und locken zahlreiche Schmetterlinge an. Durch das neuentstandene Buschwerk werden natürlich nicht nur Schmetterlinge angezogen, sondern auch etliche andere Insekten. Aber keine Angst vor einer Insekten- lnvasion: Meist halten sich die Brummer und Krabbler selbst in Schach. Beispiel: Mücken und Fliegen werden von Wespen gefressen (die dann vielleicht von Ihrem Pflaumenkuchen ablassen) und die Wespen wiederum verfangen sich im Spinnennetzen, die die fleißigen (nicht zu den Insekten gehörenden) Achtbeiner an höherwüchsigen Pflanzen gespannt haben.
Alternativen zum Garten
Wenn Sie – wie die Mehrheit der Einwohner im täglich enger werdenden Mitteleuropa – weder über einen Garten noch ein Gärtchen verfügen, gibt es trotzdem etliches, wie Sie Schmetterlingen und Co. ein nettes Ambiente schaffen können. Den dringend notwendigen Windschutz erhalten Insekten beispielsweise durch Schlinggewächse wie das Geißblatt (das nebenbei eine hervorragende Nahrungspflanze für Nachtfalter ist). Geißblatt, aber auch andere Kletterpflanzen können mit Hilfe eines Rankgerüsts schnell zu einer schützenden grünen Mauer emporwachsen.
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