Die unvollkommene Welt der Tiere

Viele Tiere sind alles andere als perfekt. Es gibt Crash-Piloten, Farbenblinde, Gourmands, Riesenhirne und – natürlich auch – Suff-, Dick- und Dummköpfe. Doch auch die wurden in der Evolution nicht ausgemerzt.

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Elche können manchmal ganz schön breit sein – und das ist nicht nur auf ihren breiten Körper bezogen. Ihre Vorliebe für überreife, fast schon vergorene Früchte ist legendär und setzt die Tiere nach einer ausgelassenen Phase schachmatt. Doch davor müssen sich die Skandinavier vor den im Rausch randalierenden Tieren gründlich in Acht nehmen. Doch wer kann den Elchen den Hang zum Alkohol im tristen Grau und Dunkel der Herbstmonate des hohen Nordens schon verdenken? Und immerhin scheinen ja die meisten von ihnen ihre Alkohol- Eskapaden gut zu überstehen.

Hirsche können manchmal ganz schöne Dickschädel sein. Ihr ausladendes Geweih ist zwar wunderschön anzusehen, doch praktisch ist es im Alltag ganz und gar nicht. Nicht wenige Hirsche bleiben mit ihren Geweihenden zwischen Bäumen und Ästen stecken und haben ihre liebe Not, sich aus der misslichen –  und vor den Hirschdamen sicherlich  peinlichen – Situation wieder zu befreien.

 In anderer Hinsicht dickschädelig ist der Elefantenrüsselfisch. Er trägt ein Gehirn mit sich herum, das im Verhältnis zu seiner Körpermasse riesig ist. Im Vergleich ist sein Denkapparat rund 1,5 mal größer als der des Menschen und rund dreimal so umfangreich wie bei anderen Kiementrägern. Er braucht immens viel Sauerstoff für seine Hirnarbeit. Fragt sich, worüber sich der Fisch so viel Gedanken  macht. Über neueste Strategien seines Nahrungserwerbs etwa oder sein schweres Leben durch den Druck des Wassers, der auf ihm lastet? Wir wissen es nicht. Sicher ist jedoch, dass der „großkopferte“ Fisch sein großes Kleinhirn vor allem für die Verarbeitung der vielen ausgesendeten und reflektierten Elektrosignale braucht, die  dafür sorgen, dass er nicht vom rechten Weg abkommt. Andere Fische schaffen das zwar weniger energieaufwendig, aber sei’s drum. Denn warum soll sich der Elefantenrüsselfisch nicht auch ein wenig Luxus gönnen? (Autor: Dr. Angelika Huber)