Sumatra-Orang-Utan

Bestandsgröße: Heute leben nur noch rund 7.300 Orang-Utans auf Sumatra, vor gut hundert Jahren waren es noch etwa 85.000.

Ein Borneo-Orang-Utan mit Baby. Foto: Indonesia Jimmy Syahirsyah / WWF

Dem Himmel so nah: Der Orang-Utan verbringt fast sein ganzes Leben in den Baumwipfeln südostasiatischer Regenwälder. Selbst zum schlafen bleibt er dem Boden fern und baut sich sein Nest viel lieber hoch oben in luftigen Höhen. Mit seinen langen Armen, den hakenförmigen Greifhänden und -füßen hat der Menschenaffe aber auch die besten Vorraussetzungen zum Klettern. Der „Waldmensch“, wie sein malaiischer Name übersetzt lautet, lebt in Tieflandregenwäldern und Sumpfwäldern des Flachlandes. Dort ernährt er sich vor allem von Früchten, aber auch von Blättern, Rinde oder Ameisen. Dann und wann lässt er sich auch Vogeleier schmecken.

Orang-Utans waren im asiatischen Raum früher weit verbreitet — von der Insel Java über Indochina bis hin nach Südchina. Heute leben die Menschenaffen mit dem orangefarbenen Fell nur noch auf Sumatra und Borneo. Beide Arten haben nackte, schwarze Gesichter; bei den Sumatra-Orang-Utans sind diese sehr länglich. Männchen werden etwa 1,40 Meter groß und wiegen 85 Kilogramm; ihre ohrenbetäubenden Rufe hört man kilometerweit. Die Weibchen sind dagegen nur halbe Portionen: mit 1,15 Meter wiegen sie durchschnittlich 40 Kilogramm. Alle vier bis sechs Jahre bekommen sie meistens immer nur ein Junges. Das Kleine ist ein richtiger Nesthocker. Bis es mit etwa sieben Jahren geschlechtsreif ist, bleibt es bei der Mutter und hat besonders engen Kontakt zu ihr.

In freier Wildbahn können die Waldmenschen vierzig Jahre alt werden. Doch weil ihr Lebensraum dramatisch schrumpft, sterben die meisten schon wesentlich früher. Ungefähr 60 Prozent der tropischen Regenwälder, in denen sie leben, wurden bereits abgeholzt. Das besonders beunruhigende daran: 80 Prozent ihres derzeitigen Lebensraumes befindet sich in Gebieten, in denen illegal Holz geschlagen wird oder in denen Abholzung erlaubt ist. Jedes Jahr werden auch einige Orang-Utans (eine genaue Zahl ist nicht bekannt) von Tierhändlern illegal eingefangen und als Haustiere teuer verkauft. Sie müssen dann in meist engen Käfigen leben und verenden meist in kurzer Zeit qualvoll. Von den dreizehn auf Sumatra lebenden Populationen sind nur vier überlebensfähig. Auf der Roten Liste werden die Sumatra-Orang-Utans als „vom Aussterben bedroht“ aufgeführt.