Javanashorn

Bestand: Nur noch 40 bis 50 Tiere leben auf der Insel Java, in Vietnam gibt es nur noch einige wenige Individuen.

Foto: Foead Yahya Sumiadi / WWF

Javanashörner sind riesige, starke Kolosse: Bis zu 1,70 Meter hoch und 1,5 bis 2 Tonnen schwer werden sie. Schon bei der Geburt wiegt ein Javanashorn 40 Kilogramm. Die Tiere sind Vegetarier, sie ernähren sich von Zweigen, Blättern und Früchten. Im Gegensatz zu seinen afrikanischen Verwandten und dem Sumatranashorn hat das Javanashorn nur ein einziges Horn. Das kann bis zu 25 Zentimetern lang werden. So verwundert es kaum, dass der Entdecker Marco Polo vor einigen Jahrhunderten bei seiner Reise durch das heutige Myanmar fest davon überzeugt war, das legendäre Einhorn gesehen zu haben. Dabei handelte es sich jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Javanashorn.

Auf dem Schwarzmarkt ist das Horn des Javanashorns wertvoller als Gold. Denn nach traditioneller asiatischer Medizinlehre sollen die Hörner angeblich Wunder bewirken. Zwar wurde die Jagd auf die Tiere schon vor dreißig Jahren verboten, aber Wilderer töten sie weiterhin illegal, um die Nasenhörner teuer zu verkaufen. Daneben verkleinert sich der Lebensraum der Tiere dramatisch: Feuchte, immergrüne Wälder werden schonungslos abgeholzt, damit neue Ackerflächen entstehen können.

Das Javanashorn vermehrt sich zudem nur ausgesprochen langsam. Die Männchen sind erst im Alter von sieben bis acht Jahren geschlechtsreif. Sie paaren sich nur dann mit einem Weibchen, wenn sie ein mindestens 20 Quadratkilometer großes Revier behaupten können, was bei ihrem schrumpfenden Lebensraum immer schwieriger wird. Nach einer Tragzeit von sechzehn Monaten bringen die Weibchen stets nur ein Junges zur Welt. Darüber hinaus liegt der Abstand zwischen zwei Geburten bei etwa vier und fünf Jahren. Heute kommt das Javanashorn nur noch in zwei Nationalparks vor.