Großer Panda

Der Große Panda ist das Wappentier des WWF und eine der bedrohtesten Arten der Welt. Heute finden wir die letzten Pandabären in einem halben Dutzend voneinander isolierten Bergregionen im Südwesten Chinas.

Foto: WWF

Jeder kennt diese Gesichtszüge, die nachdenklich wirkenden, schwarz umrandeten Augen. Er gilt als das Symboltier des internationalen Artenschutzes: Der Große Panda (Ailuropoda melanoleuca) ist das Wappentier des WWF und eine der bedrohtesten Arten der Welt. Seine Vorfahren bewohnten noch den größten Teil Chinas und auch den Norden Burmas und Vietnams. Heute finden wir die letzten Pandabären in einem halben Dutzend voneinander isolierten Bergregionen im Südwesten Chinas. Und ausgerechnet dieser kleine Rest ihres Lebensraums ist kürzlich durch ein starkes Erdbeben erschüttert worden.

Der Charismatiker aus der Familie Petz wird nicht ohne Grund auch „Bambusbär“ genannt: Der Große Panda frisst zwischen 20 und 30 Kilogramm Bambus am Tag. Diese große Menge benötigt er, da Bambus sehr nährstoffarm ist. Dennoch ist die Pflanze das unangefochtene Leibgericht der schwarz-weiß gemusterten Großbären: Pandas leben nur dort, wo Bambus wächst.

Diese Vorliebe wird ihnen jedoch auch zum Verhängnis. Denn die Heimat der Pandabären, die Bergwälder Chinas und Burmas, wurden größtenteils abgeholzt und in Felder umgewandelt. Nur noch etwa 1.600 Tiere leben in den verbliebenen kleinen Waldinseln inmitten von Äckern, Straßen und Siedlungen. Die letzten Rückzugsgebiete der Pandabären sollen jetzt durch die Schaffung grüner Korridore verbunden werden. Diese Verbindungen könnten es den Pandas ermöglichen, wieder zu ihren Futterquellen zu wandern. Auch der genetische Austausch zwischen den einzelnen Populationen wäre wieder möglich.

Derzeit müssen jedoch die Pandas auf ihrer immer schwieriger werdenden Suche nach einem geeigneten Gebiet Straßen und Felder überqueren. So verirren sie sich immer häufiger in menschliche Siedlungen. Außerdem droht einem Panda der Hungertod, wenn auf seiner Waldinsel der Bambus regelmäßig nach der Blüte abstirbt. Und auch die Wilderei stellt für die Pandas immer noch eine Gefahr dar. Aufgrund der hohen Strafen werden die Bären zwar kaum noch direkt gewildert, aber sie verenden in Fallen, die für andere Tiere aufgestellt werden.

Nachdem jedoch erste Erfolge sichtbar wurden, ereilte das Panda-Programm ein herber Rückschlag. Ein Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richterskala hat im Mai dieses Jahres Chinas Südwesten erschüttert und somit die schwierige Situation für die letzten wildlebenden Großen Pandas nochmals dramatisch verschlechtert. 49 Panda-Schutzgebiete wurden weitgehend verwüstet. Insgesamt 84 Prozent (1,9 Millionen Hektar) der Panda-Lebensräume wurden durch das starke Beben beschädigt, über acht Prozent sind zerstört. Erdrutsche, Geröll und die anhaltende Gefahr von Dammbrüchen machen es den Tieren zusätzlich schwer, ihre Hauptnahrung Bambus zu finden. Zudem ist das Wasser in der Krisenregion durch freigesetzte Chemikalien stark verschmutzt. Nun gilt es umso mehr, die Panda-Reservate wiederaufzubauen.

Steckbrief Großer Panda