Goldlöwenäffchen
Unter den gefährdeten Primaten ist das Goldlöwenäffchen eine Seltenheit – seine Bestände steigen an. Seit dem Tiefpunkt mit gerade einmal etwa 200 Exemplaren erholten sich die Bestände auf heute wieder über 1.000 Tiere.
Unter den gefährdeten Primaten ist das Goldlöwenäffchen eine Seltenheit – seine Bestände steigen an. Seit dem Tiefpunkt mit gerade einmal etwa 200 Exemplaren erholten sich die Bestände auf heute wieder über 1.000 Tiere. Auch wenn Experten noch keine Entwarnung geben und das Überleben der Art noch nicht gesichert ist: Der bisherige Verlauf der Schutzbemühungen ist durchaus eine Erfolgsgeschichte.
Der Lebensraum der Goldlöwenäffchen gilt als einer der bedrohtesten überhaupt. Die knapp 30 Zentimeter großen und nur etwa ein halbes Kilogramm leichten Affen leben in den südostbrasilianischen Küstenregenwäldern. Nach jahrzehntelangen massiven Rodungen sind nicht einmal mehr zwei Prozent der ursprünglichen Fläche übrig geblieben. Nirgends sonst in Südamerika dringt und drängt der Mensch so weit in den Regenwald vor und die Natur zurück. In diesen Wäldern bewohnen die Kleinaffen die hoch gelegene Kronenregion. Dort, wo die Vegetation besonders dicht ist, finden sie ausreichend und abwechslungsreiche Nahrung.
Zum Verhängnis wurde den kleinen Affen, neben der Zerstörung ihres Lebensraumes, auch ihr aus menschlicher Sicht so attraktives Äußeres. Mit ihrem glänzenden, goldfarbenen Fell und der buschigen Löwenmähne gelten sie als die hübschesten Vertreter ihrer Familie. Der portugiesische Eroberer Ferdinand Magellan soll der erste Europäer gewesen sein, der auf einer seiner Expeditionen ein Löwenäffchen zu Gesicht bekam. Seitdem waren sie erst als extravagante Haustiere an europäischen Höfen und später als Schmuckstücke für Zoos und Tierparke begehrt. Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts lebten schließlich mehr Goldlöwenäffchen in Gefangenschaft als in freier Wildbahn. Von höchstens 200 verbliebenen Tieren gingen Wissenschaftler damals aus. Verschiedene Umweltorganisationen, unter Ihnen auch der WWF, fanden sich daraufhin mit dem Ziel zusammen, für das Überleben der Kleinaffen zu kämpfen. Lebensraumschutz, Wiederansiedlung und die Bekämpfung des illegalen Handels wurden seitdem konsequent verfolgt.
Die Geburt des tausendsten Goldlöwenäffchens im Jahr 2001 war ein Meilenstein für den Schutz der Art. Dennoch ist noch viel zu tun. Das Ziel des WWF ist eine überlebensfähige Population von mindestens 2.000 Tieren bis zum Jahr 2025. Geiemsam mit seinen Partnern setzt er sich dafür ein, die Schutzgebiete weiter zu vergrößern und zu vernetzen. In Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und den Landbesitzern soll den seltenen Tieren so ein dauerhaftes Zuhause gesichert werden.
