Blaumeise

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Steckbrief:

  • Körperlänge: 10,5 - 12 cm
  • Gewicht: 10 - 14 g
  • Lebenserwartung: 2 - 3 Jahre
  • Verbreitung: Europa, Nordwestafrika, Kleinasien
  • Lebensraum: Laub- und Mischwälder, Gärten, Parks
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik:

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Meisen
  • Gattung: Cyanistes
  • Art: Blaumeise (Parus caeruleus)

Aussehen:

Die Blaumeise hat einen kleinen Kopf, wodurch sie oft halslos wirkt. Ihr schwarzer Augenstreif, ihre weißen Kopfseiten und ihr runder, blauschwarzen Scheitel machen ihre typische Kopfzeichnung aus. Flügel und Schwanz sind blau, die Unterseite ist gelb. Die Füße sind dunkel blaugrau, die Krallen grau. Der Schnabel ist hornbraun, kurz und hoch. Die Weibchen haben weniger Weiß an der Stirn und den Flügelbinden. Ihr blauschwarzes Nackenband ist schmäler und sie sind etwas matter gefärbt. Das Gefieder der Jungvögel zeigt sich viel blasser.

Fortpflanzung und Entwicklung:

Blaumeisen werden noch vor der Vollendung ihres ersten Lebensjahres geschlechtsreif. Mit der Auflösung der Winterschwärme bilden sich oft schon im Januar die ersten Paare. Anschließend suchen sich die Partner ein Revier, das vom Männchen mit Reviergesang und Verdrängungsangriffen verteidigt wird. Die Nistplatzwahl beginnt meistens im März. Es kann eine bis mehrere Wochen dauern, bis eine geeignete Baumhöhle, -spalte, Asthöhle oder ein Nistkasten gefunden ist. Nach einem mehrtägigen Vorspiel mit Balzflügen des Männchens kommt es zur Paarung. Legebeginn ist in Mitteleuropa Mitte April. Wie auch bei den anderen verwandten Meisenarten werden die 8 bis 13 rötlich gefleckten Eier 7 bis 13 Tage ausschließlich vom Weibchen bebrütet. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungen zwei bis drei Wochen im Nest und werden von beiden Eltern gefüttert. In den ersten übergibt das Weibchen die Nahrung an den Nachwuchs, später übernimmt das Männchen den überwiegenden Teil der Futterarbeit.

Lebensweise und Verhalten:

Die Blaumeise ist in Europa außer in Island und dem nördlichen Teil Schottlands und Skandinaviens überall anzutreffen. In Mitteleuropa gehört sie zu den häufigsten Brutvogelarten. Im Süden besiedelt sie den Iran, Kleinasien und Nordwestafrika einschließlich der Kanarischen Inseln. Als Brutplätze bevorzugen diese Vögel Baumkronen, -höhlen und –spalten von Laub- und Mischwäldern. Während der Brutsaison leben die Pärchen in monogamen Beziehungen, die oftmals auch ein, in seltnen Fällen zwei weitere Jahre andauern können. Nach der Brutsaison lösen sich im Herbst und Winter die Paare und Familien auf, um sich größeren Trupps anzuschließen, in denen neben anderen Meisen häufig Baumläufer und Kleiber zu finden sind.

Kommunikation:

Der Gesang von Blaumeisen bietet ein rechhaltiges Repertoire von lieblichen, feinen Rufen bis zu silberhellem Triller. Ihr Lockruf ist ein schnelles, helles „sisisüdu“. Bei Erregung lassen sie ein geräuschvolles Zetern hören, das wie „ter’r’r’r’r’ett-ett-ett“ klingt. Als Reviergesang lässt sie eine helle, glöckchenartige Lautreihe hören, die mit zwei bis drei hohen Lauten beginnt und auf die eine längere, trillerartige Lautreihe folgt. Durch ihre besondere Stimme unterscheidet sie sich von allen anderen in Deutschland beheimateten Meisen.

Ernährung:

Sie ernährt sich von kleinen Insekten wie Käfern, Blatt- und Schildläusen, Schmetterlingen und deren Larven. Ebenso spielen Larven von Mücken und Fliegen eine wichtige Rolle bei der Nahrungsbeschaffung. An Pflanzlichem nimmt sie Blüten, Bucheckern, Beeren und Knospen. Aber auch Samen und Sämereien gehören zu ihren Futterquellen. Im Winterhalbjahr, wenn die natürliche Nahrung knapp wird, bedienen sich Blaumeisen auch gerne an den Vogelhäuschen in den Gärten.

Hätten Sie’s gewusst?

Es kommt vor, dass Blaumeisen polygyn leben und saisonal Partnerschaften mit bis zu drei Weibchen gleichzeitig führen. Die Männchen beteiligen sich dann auch an der Fütterung mehrerer Bruten. Da das Überleben des Nachwuchses unter anderem stark von einem guten Nistplatz abhängt, kann es auch für das Weibchen vorteilhafter sein, sich einen Mann zu teilen, als sich mit einem monogamen Partner in einem schlechten Revier niederzulassen.