Die Vogelklinik von Egham
Das Swan Sanctuary genießt nicht nur Weltruf, sondern hat mit Queen Elisabeth II eine adelige Patin. Trotzdem sind die Mittel knapp, schließlich müssen jede Woche unzählige Schwäne gerettet und verarztet werden.
Eigentlich ist es nur ein trister Vorort Londons – Egham. Egham? Nie zuvor gehört... Und doch: Inmitten der Backstein-Häuserzeilen hat sich eine Institution etabliert, die aus einem tristen Hinterhof und einer alten Lagerhalle eine von Experten hochgeschätzte Tierklinik gemacht hat.
Vogelklinik mit adeliger Patin
Das Swan Sanctuary genießt Weltruf. Dies führte 1990 dazu, dass Queen Elisabeth die Zweite persönlich die Ehren-Patenschaft übernahm. Geld bekommt das Sanctuary von der Monarchin allerdings keines. Daran sind Dorothy Beeson und Steve Jones allerdings seit langem gewöhnt. Seit den ersten Gehversuchen 1978 und dem echten Start 1980 hat man immer wieder mit Geldsorgen zu kämpfen.
Dauerpatient Schwan
Patienten dagegen gibt es genug: Tausende Schwäne leben auf der Insel. Sie haben regelmäßig kleinere Abstürze zu verkraften, verletzen sich bei schlechter Witterung, bei ihren Start- oder Landemanövern oder erleiden bei Kontakten zu Menschen irgendeine Blessur. Obwohl die Schwäne geschützt sind, werden sie manchmal zur Zielscheibe eines gemeinen Bogenschützen oder kollidieren mit Anglern und deren Haken. Kein Wunder also, dass das Telefon mehrmals wöchentlich einen echten Notfall offeriert, bei dem es gilt, sofort auszurücken und zu helfen, egal wie weit das Tier auch von Egham entfernt sein mag.
Dies beinhaltet auch nach der erfolgreichen Genesung einen Rückfahrschein für den Schwan: Er muss zurück in sein angestammtes Territorium, woanders und neu unterzukommen grenzt ans Unmögliche. Ein gewisser Prozentsatz der Patienten bleibt deshalb auch dauerhaft in der Eghamer Klinik. (Ludwig Schadhauser)