Urlaub im Vogelparadies an der Algarve

Sonne tanken auf weichem, goldgelbem Sand – das ist es, was einen Urlaub an Portugals Algarveküste auszeichnet. Wenn Sie sich eine tierische Abwechslung wünschen, dann besuchen Sie doch mal den Naturpark Sapal de Castro Marim.

Tagelang in der Sonne braten und außer bräunen nichts tun. So stellen sich viele Sonnenhungrige ihren Urlaub vor. Die Algarve ist hierfür wie geschaffen. Doch die meisten Strandlieger treibt eine innere Stimme dazu, wenigstens einmal in zwei Wochen einen Ausflug zu machen, sodass man zu Hause sagen kann, etwas von Land und Leuten gesehen zu haben.
Schließlich ist der Tag gekommen und trotz des guten Strandwetters rafft man sich auf und besucht zum Beispiel das Naturreservat Sapal de Castro Marim. An der Grenze zu Spanien gelegen, wo der Guadiana in den Atlantik mündet, liegt eine weite Marschlandschaft aus Salinen und Salzwiesen. Heute ist die Salzgewinnung zu Konservierungszwecken stark zurückgegangen, denn selbstverständlich hat auch in Portugal der Kühlschrank in fast allen Haushalten Einzug gehalten. Nun werden die Salinen wieder sich selbst überlassen, was eine reichhaltige Vogelschar anzieht.

Nahrungsstätte für die Vogelwelt

Vom bekannten Badeort Monte Gordo aus ist es nur eine kurze Strecke, bis man sich ganz unerwartet plötzlich mitten im Park befindet. Weder Schranken noch Eintrittsgebühren halten den Ornithologen auf, zu jeder beliebigen Zeit seinem Hobby nachzugehen. 153 Vogelarten sind bereits entdeckt worden, darunter viele Reiher, Störche und Flamingos. Für diese sind die Wiesen und Wasserflächen ein immerwährendes „Tischlein deck dich“. Unzählige Insekten, Einzeller, Schnecken und Krebschen bevölkern die Gegend. Man braucht als Schreitvogel eigentlich nur den Schnabel aufzusperren und schon kann der Festschmaus beginnen.
Besondere Künstler der Lüfte sind die Bienenfresser. Ihren Namen erhielten sie aufgrund der besonderen Vorliebe für Wespen, Bienen und Hummeln. Wenn sie ein solches, wehrhaftes Insekt im Flug geschnappt haben, schlagen sie es mehrmals auf eine harte Unterlage und kneten es mit dem Schnabel durch, bis der Stechapparat nicht mehr funktioniert – der Stachel ragt dann bewegungslos aus dem Hinterleib. Nach mehrmaligem Hochwerfen wird die Beute, meist mit dem Kopf voran, verschluckt.
Besonderen Schutz genießt ganzjährig eine große Kolonie von Kuh- und Seidenreihern. Sie teilen sich den von Kanälen umgebenen Brutplatz. Im Verband mit Limikolen, Stelzenläufern, Regenpfeifern und vielen anderen Watvögeln ergibt sich ein buntes Vogelgemisch.

Ganzjährige Vogelbeobachtung

Besonders im Herbst sind die Salinen eine Augenweide. Unzählige Vogelarten befinden sich nun auf ihrem Zug in den Süden. Limikolen aus dem Wattenmeer machen eine längere Rast, bevor sie den Atlantik gen Afrika überfliegen. Und auch der Weißstorch, der in Portugal ein recht häufiger Brutvogel ist, bedient sich am reichlich gedeckten Tisch der Algarve. Um die Mittagszeit, wenn die Thermik bestmögliche Segelbedingungen bietet, brechen sie wie auf ein geheimes Kommando lautlos auf. Zielstrebig in Richtung Gibraltar. Und bald sind sie nur noch als kleine Punkte am blauen Himmel auszumachen. Ach ja, da fällt es dem Sonnenanbeter wieder ein, weshalb er eigentlich da ist. Zurück an den Strand, aber die Abwechslung war super.