Pura Raza Espanola (P.R.E., „Andalusier")

Foto: Sven Cramer / Fotolia

Steckbrief

  • Größe: ca. 150 – 165 cm Stockmaß
  • Herkunft: Spanien
  • Farbe: überwiegend Schimmel, alle Farben, keine Schecken
  • Charakteristik: Barockpferd
  • Eignung: Reit- und Fahrpferd
  • Verwendung: Barockreiten, Doma Vaquera, Show und Freizeit

Aussehen

Das Pferd reiner spanischer Rasse ist ein sprichwörtlich stolzer Iberer. Hoch aufgerichtet präsentiert es sich mit üppigem Langhaar. Der Rücken ist kräftig, die Schulter schräg, die Kruppe ist rund, leicht abfallend und stark bemuskelt mit einem tiefen Schweifansatz. Die Nasenlinie ist gerade oder leicht konvex, der Kopf insgesamt trocken und edel. Das Fundament ist ebenfalls trocken mit kräftigen Gelenken.

Charakter

Nicht nur das Aussehen spielt eine Rolle, auch der Charakter hat in der Zucht des spanischen Pferdes große Bedeutung. Der sogenannte Andalusier ist temperamentvoll, dabei aber gut zu regulieren. Unter dem Sattel zeigt er sich leistungswillig und nervenstark. Mutig und zuverlässig wird er bei entsprechender Ausbildung zu einem idealen Partner. Und tatsächlich sind diese Pferde stolz und präsentieren sich selbstverständlich und voller Freude.

Bewegung

Die Bewegungen des Pferdes reiner spanischer Rasse sind stets aufwärts gerichtet und demonstrieren das natürliche Talent der Pferde für die Versammlung. So ist der Galopp deutlich aufwärts gesprungen und zeigt sich dabei energisch und leichtfüßig. Der Trab ist elastisch und zeigt eine deutliche Knieaktion. Insgesamt bewegen sich die Pferde stets stolz aufgerichtet und wirken imposant und erhaben.

Herkunft

Das Pferd reiner spanischer Rasse stammt aus Spanien und dort vor allem aus Andalusien. Es gilt als Nachfahre des Sorraias. Im 8. Jahrhundert eroberten die Mauren Spanien. Sie brachten allerdings nur wenige Pferde mit, aller Wahrscheinlichkeit nach Berber. Andererseits nahmen sie spanische Pferde mit nach Hause. So beeinflussten sich diese Rassen gegenseitig. Spanische Pferde haben in Europa, aber mit den spanischen Eroberern auch in der neuen Welt Amerika viele andere Pferderassen beeinflusst.

Eignung

Das Pferd reiner spanischer Rasse ist das Barockpferd schlechthin. So glänzt es selbstverständlich bei Barockturnieren, und aus keiner Pferdeshow sind die stolzen Spanier wegzudenken. Der ambitionierte Freizeitreiter findet hier einen hochtalentierten Partner für Dressur und Gelände. In Spanien werden die Pferde auch beim Stierkampf eingesetzt. Seit alters her ist der P.R.E. ein Paradepferde par excellence, das repräsentativen Zwecken dient.

Haltung

In Spanien werden die Pferde während der Aufzucht robust und naturnah auf großen Flächen gehalten. Auch in Deutschland eignen sich die edlen Spanier durchaus für die Haltung im Offenstall und auf der Weide, wobei sie natürlich einen Witterungsschutz vor übermäßiger Sonneneinstrahlung, Wind, Regen und Schnee benötigen. Bei der Fütterung ist zu berücksichtigen, dass die spanischen Pferde recht leichtfuttrig sind und schnell füllig werden. Das Langhaar erfordert besonders intensive Pflege, um rassetypisch lang und dicht zur Geltung zu kommen. (=> Pflege, artgerechte Haltung, Fütterung)

Hätten Sie’s gewusst?

Umgangssprachlich wird das Pferd reiner spanischer Rasse oft als Andalusier bezeichnet. Unter einem Andalusier versteht man jedoch tatsächlich lediglich ein Pferd, das aus Andalusien kommt, während ein P.R.E. in jedem Fall ein volles Abstammungspapier vorweisen kann. Alle Fohlen werden registriert.