Criollo

Foto: Pablo A. Puente / iStockphoto

 Steckbrief

  • Größe: ca. 140 – 153 cm
  • Herkunft: Südamerika
  • Farbe: v.a. Mausfalben, Falben, Fuchsfalben mit Aalstrich; Isabellen
  • Charakteristik: barockes Warmblutpferd
  • Eignung: Fahr- und Reitpferd
  • Verwendung: Reitpferd; Zugpferd; Pferd der Gauchos für die Rinderarbeit

Aussehen

Tiefer, kurzer Rücken; schräge Schulter; abschüssige Kruppe; markanter Widerrist; mittellanger Hals; kräftige Beine; harte Hufe; großer Kopf; breite Stirn; oft Ramsnase.

Charakter

Der Criollo gilt als gelehrig und zäh. Von der Erscheinung her eher klein und unauffällig, überzeugt er still und leise durch Leistung, Härte und Gesundheit.

Bewegung

Durch die Selektion auf die Arbeit am Rind ist der Criollo sehr spurtstark und wendig. Seine Bewegungen sind wenig spektakulär, aber bequem, sodass die Gauchos es stundenlang im Sattel aushalten konnten.

Herkunft

Das kleine Reitpferd der Gauchos ist eine der widerstandsfähigsten Rassen der Welt. Seine Geschichte beginnt 1535 mit der Einfuhr von etwa 100 Andalusiern und einigen schweren Pferden durch Don Pedro Mendoza, den Gründer von Buenos Aires. Diese Pferde verwilderten in den Pampas und vermehrten sich zu riesigen Herden. Die Unwirtlichkeit des Geländes und die harten Umweltbedingungen schufen eine ausdauernde, genügsame und gesunde Pferderasse. Hin und wieder fingen die Siedler einige Pferde als Reit- und Tragetiere ein. Die eigentliche Zucht aber begann erst vor etwa 100 Jahren, als man begann, diese Rasse mit europäischen und amerikanischen Hengsten zu kreuzen. Das erste Stutbuch entstand 1893 in Chile. "Fina Sangre Chilena" nannten die Chilenen ihre Criollos. Es folgten 1912 Argentinien, 1930 Brasilien und Uruguay. Später wurden alle vier Register unter einem einheitlichen "Zuchtbuch der Criollo-Rasse" zusammengeschlossen.