Außenhaltung von Meerschweinchen

Meerschweinchen können sehr gut im Garten oder auf dem Balkon gehalten werden. Eine Außenhaltung ist allerdings aufwendiger als eine Wohnungshaltung und funktioniert nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de

Eine tiergerechte Haltung von Meerschweinchen ist sehr gut halb- oder ganzjährig im Garten bzw. auf dem Balkon möglich. Eine Außenhaltung ist eine besonders naturnahe Form der Meerschweinchenhaltung und hat viele Vorteile. Ein Außenstall kann beispielsweise noch natürlicher und abwechslungsreicher eingerichtet werden als ein Wohnungsgehege. Das gilt vor allem für Bodengehege, da hier Sträucher, Kräuter und ein Stück Wiese angepflanzt werden können. Eventuell haben Sie im Garten mehr Platz als in der Wohnung.

Diesen Raum können Sie nutzen, indem Sie eine abwechslungsreiche Abenteuerlandschaft mit Höhlen, Brücken, Zweigen und Baumstämmen gestalten. Abgesehen davon sind die Tiere immer an der frischen Luft und wechselnden Witterungseinflüssen und Umweltreizen ausgesetzt. Allerdings ist eine Außenhaltung arbeits- und zeitintensiver als eine Wohnungshaltung. Auch bei schlechtem Wetter (z.B. Kälte und Nässe) müssen Sie Ihre Meerschweinchen täglich versorgen und beobachten, ob die Tiere gesund sind. Damit die Nager nicht den Bezug zum Menschen verlieren, ist es darüber hinaus wichtig, dass Sie sich regelmäßig mit ihnen beschäftigen.

Voraussetzungen

Bevor Sie sich für eine Gartenhaltung entscheiden, sollten Sie die Art und Größe des Geheges sowie den Standort gut überdenken. Das Gehege muss die Tiere wenigstens teilweise vor Regen und Sonne schützen. Meerschweinchen sind sehr hitzeempfindlich und erleiden schnell einen Hitzschlag. Ideal ist daher ein (um die Mittagszeit) Schattenden spendender Platz unter einem Baum. Holzhütten genügen häufig nicht als Schutz gegen hohe Temperaturen.

Auch vor Kälte und insbesondere gegen Zugluft und Nässe müssen die Nager geschützt werden. Daher brauchen Ihre Meerschweinchen mehrere Schutzhütten, die gut isoliert sind (z.B. durch eine Holz-Styropor-Holz-Schicht). Damit sich in den Häusern keine Feuchtigkeit (Gefahr von Schimmel!) bildet, werden an den oberen Seiten des Häuschens kleine Löcher gebohrt. Doch nicht nur gegen Witterungseinflüsse, auch gegen Beutegreifer (Greifvögel, Marder, Füchse etc.) müssen die Tiere gesichert werden.

Hierfür wird das Gehege von oben und den Seiten mit einem dünnen Draht abgedeckt. Um zu verhindern, dass Raubtiere oder Ratten (= Krankheitsüberträger) sich von unten in die Außenanlage graben, können Steinplatten oder ein Maschendraht verlegt werden.

Umgewöhnung

Meerschweinchen, die bisher in der Wohnung gehalten wurden, werden am besten zwischen Mai und September umgesiedelt. Die Temperaturen sollten nachts nicht unter 12 - 15 °C liegen. Leben die Tiere einmal im Garten, dürfen sie bei niedrigen Temperaturen (insbesondere im Winter) nicht mit in die (beheizte) Wohnung genommen werden. Die Nager können sich sonst aufgrund der starken Temperaturunterschiede erkälten. Selbstverständlich dürfen nur gesunde Tiere in den Garten ziehen.

Bei in der Außenhaltung lebenden Meerschweinchen muss übrigens – genau wie in der Wohnung – ein täglicher Gesundheitscheck durchgeführt werden. Dies ist wichtig, damit keine Erkrankung verborgen bleibt und das Meerschweinchen schnell tierärztlich behandelt werden kann. Die Fütterung unterscheidet sich nicht von der in der Wohnungshaltung. Das Hauptfutter besteht aus Heu, Frischfutter (Gräsern, Kräutern, Gemüse und etwas Obst) sowie ggf. kleinen Mengen Pellets. An Frischfutter (vor allem Gras!) werden Meerschweinchen langsam gewöhnt, da sie sonst unter schweren Störungen des Magen-Darmtraktes leiden. (Kathrin Aretz)