Tiertransporte

Mehr als 360 Millionen Tiere - Geflügel noch nicht einmal eingerechnet - werden jedes Jahr unter grausamen Bedingungen quer durch Europa transportiert.

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3.000 Kilometer legen Pferde, Rinder, Kälber, Schweine oder Schafe bisweilen zurück – meistens nur, um dann geschlachtet zu werden. Eng eingepfercht werden die Tiere beispielsweise in mehrstöckigen LKW von Polen nach Italien transportiert.
Auch innerhalb Deutschlands sind die Distanzen nicht gerade kurz: So vergeht vom Beladen der Tiere in Schleswig-Holstein bis zum Entladen in einem bayerischen Schlachthof auch ein guter Tag. Misshandlungen beim Verladen durch Tritte, Schläge und Elektroschocks sind üblich. Die Tiere leider unter der unerträglichen Enge in den Transportern, unter drückender Hitze – vor allem während der Sommermonate bei der Fahrt durch südliche Länder –, quälendem Durst und Schmerzen aufgrund von Verletzungen.
Viele Tiere sind völlig entkräftet und brechen vor Erschöpfung zusammen. Zwischen den dicht an dicht stehenden Tieren gibt es kein Durchkommen zu den Verletzten am Boden. Viele Transportbegleiter verfügen auch nicht über ausreichende Kenntnisse, um helfen zu können. Die Tortur bis zum Schlachthof dauert viele Tage - gar Wochen, denn es gibt keine zeitliche Begrenzung.

Neue europäische Gesetze mit alten Problemen

Seit dem 5. Januar 2007 ist eine neue europäische Gesetzgebung zum Schutz der Tiere beim Transport in Kraft. Anlass war ein Bericht der EU-Kommission aus dem Jahr 2000, der erhebliche Missstände beim Transport lebender Tiere bestätigt. Die Verhandlungen über die neue Verordnung gestalteten sich jedoch schwierig: Unüberwindbar war die Kluft zwischen den Staaten, die nachhaltige Verbesserungen für den Tierschutz durchsetzen wollten und jenen, denen wirkliche Verbesserungen zu weit gingen. In den immer gleichen Hauptstreitpunkten - Ladedichte, Anforderungen an die Temperatur und Luftfeuchtigkeit während des Transportes sowie den Fahrt- und Pausenregelungen - konnte keine Einigung erzielt werden. Daher entschied man sich, die Verhandlungen zu den Hauptproblembereichen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und zunächst eine neue EU-Tiertransportverordnung mit den Bestimmungen zu erlassen, zu denen man bereits ein Übereinkommen erreichen konnte.

Neben wenigen technischen Verschärfungen zielen diese Neuerungen der Verordnung in erster Linie auf eine verbesserte Durchsetzung der Transportgesetzgebung ab – beispielsweise durch Kontrolle der Transportwege anhand satellitengestützter Navigationssysteme. Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Verhandlungen zu den Hauptproblemregelungen sind bis Anfang des nächsten Jahrzehnts auf Eis gelegt worden. Die neue EU-Gesetzgebung bleibt damit weit hinter den Forderungen des Tierschutzes zurück. (Deutscher Tierschutzbund)