Robbenjagd

Etwa 750.000 Robben töten und häuten Jäger weltweit jedes Jahr für kommerzielle Zwecke. 60 Prozent der Jagd wurden im Jahr 2006 von Kanada, Grönland und Namibia durchgeführt.

Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de

Über 90 Prozent der getöteten Tiere sind Jungtiere im Alter von zwei Wochen bis drei Monaten. Etwa 750.000 Robben töten und häuten Jäger weltweit jedes Jahr für kommerzielle Zwecke. 60 Prozent der Jagd wurden im Jahr 2006 von Kanada, Grönland und Namibia durchgeführt. Über 90 Prozent der getöteten Tiere sind Jungtiere im Alter von zwei Wochen bis drei Monaten.
Eine übliche Tötungsmethode ist das Erschlagen mit dem Hakapik, einer Art Fischanlandungshaken. Durch einen Schlag auf den Hinterkopf mit der stumpfen Seite des Hakapik werden die Jungrobben niedergeschlagen. Der Schädelknochen soll dabei sofort brechen, das Tier bewusstlos werden. Doch oft wird dafür mehrfach zugeschlagen. Dann wird die Spitze des Hakapik tief ins Gehirn der Robbe getrieben. Durch einen Schnitt durch die Blutgefäße der Vordergliedmaßen soll das Tier ausbluten und das Bewusstsein verlieren. Doch oft setzen die Jäger keinen Schnitt, um das Fell nicht zu verschmutzen. So kommt es vor, dass ein Tier nicht tot ist, wenn es enthäutet wird - eine entsetzliche Tierquälerei.
Robben abzuschießen ist die häufigste Tötungsmethode, die jedoch keineswegs weniger grausam ist. Klimatische und geografische Bedingungen tragen dazu bei, dass die Jäger aus der Ferne schießen. Oft brauchen die Schützen mehrere Schüsse, um ein Tier zu töten. Angeschossene Robben können fliehen. Sie tauchen unter und ertrinken elendig. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 50 Prozent der Robben nicht richtig getroffen werden. In Norwegen dürfen Robben seit 2005 auch von Touristen gejagt werden - beschämend!

Haarsträubende Argumente der Pelzindustrie

Wissenschaftlich kann nicht bestätigt werden, dass zu große Robbenpopulationen die Fischbestände gefährden. An den zurückgehenden Fischbestandszahlen tragen Überfischung und schlechtes Fischereimanagement die Hauptschuld. Auch auf das Fleisch der Robben als Nahrungsquelle ist niemand angewiesen. Der Verkauf der Robbenfelle sowie weiterer Robbenprodukte wie Leder, Öl und Proteinpulver ist hingegen ein profitables Geschäft geworden. Dank starker Nachfrage aus Russland und China ist der Preis für ein Robbenfell von 8,42 Euro im Jahr 2000 auf 68 Euro im letzten Jahr angestiegen.
Abgesehen von der Jagd bewirken verstärkt auch andere Faktoren eine Abnahme der Robbenpopulationen. Die Klimaerwärmung führt dazu, dass vermehrt feste Eisschollen fehlen, auf denen die Weibchen ihre Jungen gebären können. Allein 2002 führten schlechte Eisbedingungen nach Schätzungen von kanadischen Regierungswissenschaftlern zu einer Verfünffachung der Jungtiersterblichkeit. Außerdem sind Robben immer wieder Beifang beim kommerziellen Fischfang.

Ein langer Protest

Schon in den 1960er-Jahren wurden Proteste gegen das Töten der Robben laut, nachdem die ersten Bilder von der kommerziellen Robbenjagd im Fernsehen ausgestrahlt worden waren. Als Resultat und aufgrund des Niederganges der Sattelrobbenpopulationen führte die kanadische Regierung 1971 eine Quotenregelung für die Jagd ein. Die Populationen hatten Gelegenheit sich zu erholen, bis die Robben für schuldig am Niedergang der Kabeljaubestände erklärt wurden und die kanadische Regierung 1996 die Fangquote wieder auf 250.000 Tiere erhöhte. Über 1,5 Millionen Robben wurden allein in den letzten vier Jahren in Kanada getötet.
(Deutscher Tierschutzbund)