Legehennen
In Deutschland werden derzeit etwa 33 Millionen Hennen in Beständen mit mehr als 30.000 Legehennen gehalten. Etwa zwei Drittel von ihnen leben in Käfigen.
In der bisherigen Käfighaltung hat ein einzelnes Tier dabei nicht mehr als 550 Quadratzentimeter Platz. Das ist weniger als eine DIN A4-Seite. In den neuen Kleingruppenkäfigen, die ab 2009 die bisherigen Käfige ablösen, haben die Tiere nur geringfügig mehr Platz: 800 Quadratzentimeter – also etwas mehr als eineinhalb DIN-A4-Seiten.
In dieser drangvollen Enge können sich die Hennen kaum bewegen. Der erzwungene Bewegungsmangel führt zu gesundheitlichen Schäden wie Fettleber, Fußballengeschwüren und Knochenschwäche. Legehennen können im Käfig ihr arttypisches Verhalten nicht ausleben – wie etwa der angeborene Trieb zu scharren und zu picken. Deshalb richten sie diesen Trieb gegen die Artgenossen. Es entstehen schwerste Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus. Nicht zuletzt leiden die Tiere im Käfig an sogenannter Legenot: Weil kein Nest für eine artgemäße Eiablage vorhanden ist, halten sie krampfhaft Eier zurück.
Seit Einführung der Käfige Mitte der 1960er-Jahre kämpft der Deutsche Tierschutzbund dafür, dass die Käfighaltung verboten wird und Legehennen tiergerecht in Freiland-, Boden- und Volierenhaltung gehalten werden.
Verbraucher mögen keine Käfig-Eier
Eine Studie der europäischen Tierschutzorganisation Eurogroup for Animals belegt: Verbraucher bevorzugen Eier aus alternativen Haltungsformen. Die Untersuchung wurde zwischen 1995 und 2004 in zwölf europäischen Ländern durchgeführt (Belgien, Dänemark, Deutschland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Finnland, Schweden und Großbritannien).
Verbraucher kaufen immer weniger Käfigeier – der Verbrauch ging um 28 Prozent zurück. Eier aus Nicht-Käfigsystemen werden hingegen immer beliebter, in Deutschland stieg der Verbrauch um über 300 Prozent. Insgesamt konsumieren die Verbraucher weniger Eier, aber dafür vermehrt aus tiergerechter Erzeugung.
Dem Bericht zufolge wuchs der Anteil der Legehennen in Nicht-Käfigsystemen durchschnittlich von 8,7 Prozent im Jahr 1995 auf 30,2 Prozent im Jahr 2004. Schweden, Österreich und die Niederlande wiesen dabei mit 45 Prozent oder mehr den höchsten Anteil von Nicht-Käfigsystemen auf.
(Deutscher Tierschutzbund)
