Titelseite der Tierzeitschrift Ein Herz fuer Tiere

 

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Ausgabe 02/2012

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Hier ist Kuscheln erwünscht!

Für Tierfreunde gibt es nach einem langen Arbeitstag nichts Entspannenderes, als mit Hund, Katze oder Kaninchen auf dem Sofa zu liegen und zu kuscheln. Aber erleben die Tiere das genauso? Hier erfahren Sie, wie viel Nähe unsere Haustiere brauchen, lieben oder ertragen.

Mit ihrem kuscheligen Fell verführen manche Tiere den Menschen geradezu, sie zu streicheln und zu knuddeln. Das kommt nicht von ungefähr. Wie Wissenschaftler durch Langzeitstudien herausgefunden haben, ist das Streicheln eines Tieres gut gegen Stress. Es stärkt das Immunsystem und lässt uns tiefer schlafen. Schon nach acht Minuten sinkt der Blutdruck um zehn Prozent, der Puls wird ruhiger, die Herzfrequenz gleichmäßiger. Muskelverspannungen lösen sich, Schmerzen nehmen ab, und die Stimmung hebt sich. Auch das ist medizinisch erklärbar. Beim Streicheln werden nämlich Endorphine ausgeschüttet, umgangssprachlich auch „Glückshormone“ genannt. Aber was lösen die Streicheleinheiten bei den Tieren aus? Können sie diese genauso genießen wie wir? Von einigen Tierarten weiß man durch Studien, dass sich der Kontakt mit Artgenossen positiv auswirken kann. Auch bei ihnen sinken Pulsfrequenz und Blutdruck, wenn sie mit sozialer Körperpflege, Beknabbern oder anderen direkten Körperkontakten beschäftigt sind. Allerdings nur dann, wenn zwischen den Tieren eine Beziehung oder Bindung besteht.

Wir haben die häufigsten Haustiere im Bezug auf den Kuschel-Aspekt unter die Lupe genommen. Wer von ihnen kann Nähe und Streicheleinheiten genauso genießen wie wir und für wen bedeuten sie eher Stress

Hund: Kraulen – gewusst wo

Wie ihre Wolfs-Vorfahren sind auch Hunde Rudeltiere. Allein zu sein empfinden sie als unnatürlich. Doch auch unter Hunden müssen Freundschaften gepflegt werden. Deshalb wird in gut funktionierenden Rudeln viel gemeinsam geheult, gespielt und auch gekuschelt. Und zwar unabhängig von der sozialen Stellung, wie der Verhaltensforscher Dr. Udo Gansloßer und der Hunde-und Wolfsexperte Günther Bloch bei Studien an verwilderten Haushunden in Italien entdeckten. Auch in der Beziehung zum Menschen spielt der Körper­kontakt eine wichtige Rolle. Nur wenige Hunde können Kuscheleinheiten nicht genießen, zum Beispiel wenn sie in ihrer Prägephase schlechte Erfahrungen mit Zweibeinern gemacht haben. Die meisten empfinden Streicheln als
soziale Fellpflege und bedanken sich ihrerseits damit, dass sie ihrem Zweibeiner Hände oder Gesicht ablecken. Besonders genießt ein Hund das Kraulen hinter den Ohren, am Nacken, am Hals und am Kinn. Legt er sich auf den Rücken und lässt sich an Brust und Bauch streicheln, ist das ein besonderer Vertrauensbeweis gegenüber seinem Menschen. Die Kehle dürfen jedoch meist nur wenige „Auserwählte“ berühren, da diese Geste auf Hunde sehr bedrohlich wirkt. Viele Hunde haben auch nichts dagegen, wenn der Mensch sie mal so richtig „knuddelt“. Da ihnen am guten Verhältnis zum Sozialpartner gelegen ist, lassen sie so manches über sich ergehen, was unter Hunden nicht üblich ist und was sie nicht so gern mögen. Selbst kuschelfreudige Hunde wollen in manchen Situationen jedoch nicht berührt werden. Zum Beispiel, wenn sie irgendwo fremd sind, irgendetwas ihnen suspekt erscheint oder auch während des gemeinsamen Trainings. Man sollte die Geduld eines Hundes auch nicht überstrapazieren. Ein Hund ist kein „Kuschel-Automat“ und hat das Recht, Nein zu sagen. Will er nicht gestreichelt werden, zeigt er das zum Beispiel damit, dass er sich duckt oder den Kopf wegdreht. Andererseits darf auch der Mensch den Kuschelantrag seines Hundes Mal ablehnen. Natürlich nicht immer.

 

…mehr zu diesem Thema lesen Sie im Heft ab Seite 20!

 

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